Kurze Geschichte der hispanischen Welt
Der Ursprung des Spanischen
Das Spanische entwickelte sich aus dem Vulgärlatein, das die Römer während der römischen Eroberung (2.–1. Jahrhundert v. Chr.) auf die Iberische Halbinsel brachten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Sprache unter dem Einfluss von:
- Den Westgoten (5.–8. Jahrhundert): einige germanische Wörter
- Den Arabern (711–1492): Die islamische Herrschaft hinterließ tausende Wörter: aceite, azúcar, álgebra, almohada
- Das Kastilische setzte sich als offizielle Sprache der spanischen Königreiche durch
Die Katholischen Könige und die Entdeckung Amerikas
Im Jahr 1492 fielen zwei historisch entscheidende Ereignisse zusammen:
- Die Reconquista endete mit der Einnahme Granadas, des letzten arabischen Königreichs in Spanien
- Christoph Kolumbus erreichte Amerika und eröffnete die Ära der spanischen Kolonialexpansion
Viele Wörter des amerikanischen Spanisch kommen aus indigenen Sprachen: chocolate, tomate, aguacate, maíz, chile (Náhuatl); papa, cóndor, llama (Quechua).
Das Spanische Weltreich
Im 16. und 17. Jahrhundert regierte Spanien das größte Reich der Welt, darunter große Teile Amerikas, die Philippinen sowie Gebiete in Europa und Afrika. Diese Expansionsperiode machte das Spanische zu einer globalen Sprache.
Die lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts breiteten sich Unabhängigkeitsbewegungen über ganz Lateinamerika aus:
| Land | Unabhängigkeit | Schlüsselfigur |
|---|---|---|
| Mexiko | 1821 | Miguel Hidalgo / Agustín de Iturbide |
| Kolumbien | 1810 | Simón Bolívar |
| Argentinien | 1816 | José de San Martín |
| Chile | 1818 | Bernardo O’Higgins |
| Venezuela | 1811 | Simón Bolívar |
Spanien im 20. Jahrhundert
- 1936–1939: Spanischer Bürgerkrieg, Sieg von General Franco
- 1939–1975: Franco-Diktatur
- 1978: Demokratische Verfassung — Spanien wird parlamentarische Monarchie
- 1986: Spanien tritt der Europäischen Gemeinschaft (heute EU) bei