Die Jahreszeiten auf Plattdeutsch
In Norddeutschland sind die Jahreszeiten besonders spürbar: der raue Winter, der frische Frühling, der heiße Sommer und der bunte Herbst. Auf Platt hat jede Jahreszeit ihren eigenen Klang.
Die vier Jahreszeiten
| Plattdüütsch | Hochdeutsch |
|---|---|
| de Frühling / Lenzmaand | der Frühling |
| de Sommer | der Sommer |
| de Harvst / Harvstied | der Herbst |
| de Winter | der Winter |
| de Jaarstied | die Jahreszeit |
Frühling
Im Frühling (Frühling) beginnen die Blumen zu blühen und die Vögel singen wieder.
| Plattdüütsch | Hochdeutsch |
|---|---|
| blöhen | blühen |
| de Bloom | die Blume |
| de Vagel singt | der Vogel singt |
| dat Gras ward gröön | das Gras wird grün |
| de Dag ward länger | der Tag wird länger |
Das plattdeutsche Wort „Lenzmaand” für Frühling ist sehr altertümlich — „Lenz” ist ein poetischer Ausdruck für Frühling, wie er auch im Hochdeutschen noch in der Lyrik vorkommt.
Sommer
Im Sommer (Sommer) scheint die Sonne lange, und die Leute fahren an die Küste oder an den See.
| Plattdüütsch | Hochdeutsch |
|---|---|
| de Sünn schient | die Sonne scheint |
| dat is warm / heet | es ist warm / heiß |
| swemmen gahen | schwimmen gehen |
| de Urlaub | der Urlaub |
| de Hitt | die Hitze |
Herbst
Der Herbst (Harvst) bringt Regen und Wind, aber auch die Ernte und bunte Blätter.
| Plattdüütsch | Hochdeutsch |
|---|---|
| de Ern | die Ernte |
| de Blader fallt | die Blätter fallen |
| dat regnt | es regnet |
| de Wind blaast | der Wind bläst |
| de Nebel | der Nebel |
Das plattdeutsche „Harvst” liegt dem englischen „harvest” (Ernte) sehr nahe — beide Wörter haben denselben germanischen Ursprung. Das hochdeutsche „Herbst” hat sich stärker verändert.
Winter
Der Winter (Winter) in Norddeutschland ist meist grau und nass — Schnee kommt nicht so häufig.
| Plattdüütsch | Hochdeutsch |
|---|---|
| de Snee | der Schnee |
| dat frist | es friert |
| de Iis | das Eis |
| dat is koolt | es ist kalt |
| de Döster | die Dunkelheit |
„Dat frist” bedeutet „es friert” — nicht „es isst”. Das Verb „fristen” (frieren) darf nicht mit „eten” (essen) verwechselt werden!